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Chloridüberschuss bei Europäischer Lärche
- Signatur
- 01.22.003
- Ursprüngliche Signatur
- Be-Cl-879
- Bildnachweis
- Werner Bergmann
Bildinhalt
Das Bild zeigt eine in einem Mitscherlichgefäß mit Boden kultivierte Europäische Lärche, wobei das Kalium sowohl in Form seines Sulfatsalzes (links) als auch in Form seines Chloridsalzes (rechts) gedüngt worden war. Es ist ersichtlich, dass die Kaliumchloridgabe starke Schädigungen bewirkte: die Nadeln sind chlorotisch und nekrotisch, wobei die jüngeren Sprossteile stärker betroffen sind als die älteren.
Erläuterung
In beiden Gefäßen war die Versorgung mit allen Nährelementen ausreichend. Deshalb sind die bei der Chloridvariante (rechts) zu beobachtenden Schädigungen (im Vergleich zur Sulfat-Variante; links) ausschließlich auf Chlorid und damit auf Chlorid-Toxizität zurückzuführen. Chlorid wird stets in hoher Rate aufgenommen. Es wird - wie andere Anionen auch - mittels Protonen-Cotransport aufgenommen. Im Cytoplasma erfolgt Entkopplung, wodurch eine Protonenbelastung des Cytoplasmas entsteht. Dies könnte eine der Ursachen von Chlorid-Toxizität sein; denn wenn Chlorid als Ammoniumchlorid angeboten wird, so verstärkt sich die Toxizität, weil nämlich bei der Assimilation von Ammonium Protonen entstehen und dadurch die Protonenbelastung des Cytoplasmas verstärkt wird. Hohe Chloridaufnahme vermindert infolge von Ionenkonkurrenz die Nitrataufnahme. Die verminderte Nitrataufnahme ist jedoch nicht als Ursache, sondern lediglich als ein Nebeneffekt der Chlorid-Toxizität anzusehen.






