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Bild: Charlotte Hecht-Buchholz, Berlin Originaldatei herunterladen (1760 × 1289 px)

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Calciummangel bei Kartoffelkeimen

Signatur
01.05.076
Ursprüngliche Signatur
He-81-Ca

Bildinhalt

Kartoffelknollen wurden in stark feuchtem Torfkultursubstrat (TKS), das sich in einem zugedecktem Karton befand, zum Keimen gebracht, wobei die Keime bis zu ca. 12 cm lang wurden. Der obere Keim (Bild) wurde mit Calciumsulfat besprüht, der untere wurde mit Wasser besprüht. Es ist deutlich zu erkennen, dass nur der mit Calciumsulfat besprühte Keim eine normale Entwicklung zeigte: lang gestreckter Apikalbereich, hellgelb gefärbte Knospe. Demgegenüber war bei dem nicht mit Calciumsulfat besprühten Keim (im Bild unten) das Längenwachstum beeinträchtigt und es kam zu einer Braunverfärbung der Apikalknospe und der Streckungszone der Wurzeln.

Erläuterung

Die ständig hohe Luftfeuchtigkeit im Karton bedeutet sehr niedrige Transpiration. Der Calciumtransport in die Keime erfordert jedoch eine hohe Transpiration, denn das Calcium gelangt fast ausschließlich mit dem Transpirationsstrom und zwar auf apoplastischem Wege in die Keime. Der symplastische Weg ist nämlich kaum möglich, da die Konzentration des Cytoplasmas an Calciumionen stets äußerst niedrig sein muss, da es sonst zu Ausfällungen käme. Der Calciummangel zeigt sich in einer Braunverfärbung der Apikalknospe und Streckungszone der Wurzeln sowie einem verringerten Längenwachstum der Keime. Dass es sich dabei tatsächlich um Calciummangel handelt, wird dadurch bewiesen, dass nach Besprühen mit Calciumsulfat diese Symptome ausbleiben (Keim, im Bild oben). Ein Transport mit dem Transpirationsstrom findet übrigens auch bei Bor und Silizium statt, jedoch auf symplastischen Wege, da die zu transportierenden Teilchen ungeladen sind und das Cytoplasma diese Elemente verträgt.

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