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Wurzelwachstum bei Ammoniumdepotdüngung (CULTAN-Verfahren)
- Signatur
- 06.01.022
- Ursprüngliche Signatur
- Horst-45-Cultan
- Bildnachweis
- Walter. J. Horst
Bildinhalt
Das Bild zeigt Wurzeln (im Feldbestand), die kranzförmig um ein Ammoniumdepot angeordnet sind. Sie sind besonders an der Weißfärbung zu erkennen. Die Ammoniumdepots wurden mittels des sogenannten CULTAN-Verfahrens angelegt, wobei ein Ammonium liefernder Dünger ( Ammonsulfat, AHL, Ammoniakwasser, Ammoniumthiosulfat etc.) mit schwerem Gerät in den Boden injiziert wird und zwar in eine Tiefe von etwa 5 cm in Form von puntförmigen Ablagen (Nestern) oder in Form von Rinnen, jeweils im Abstand von etwa 20 bis 25 cm. Die Wurzeln der Pflanze nehmen reichlich Stickstoff auf. Sie leiden aber nicht an Ammoniumtoxizität, da sie sich den Depots nur jeweils bis zu ihrer Oberfläche nähern und so kontrolliert Ammonium aufnehmen (im Gegensatz zur Kultur in einer Nährlösung!). Die Wurzeln kreisen also das Depot ein (Kranzbildung) und vermeiden so sowohl ein Zuwenig als auch ein Zuviel an Ammonium.
Erläuterung
Das CULTAN-Verfahren (Controlled Uptake Longterm Ammonium Nutrition) wurde von Prof. Sommer, Universität Bonn, entwickelt und ist bei allen Nutzpflanzen anwendbar. Es wird zwar von zahlreichen Landwirten genutzt, hat sich aber in der breiten Praxis noch nicht durchgesetzt. Als Vorteile des Verfahrens werden angesehen: In den Ammoniumdepots erfolgt keine Nitrifikation, so dass es nahezu keine Nitratauswachung gibt (verminderte Umweltbelastung). Außerdem erfolgt die Düngung nur 1 Mal pro Vegetationsperiode (Einsparung von Arbeitsaufwand). Hauptvorteil dürfte jedoch die stets ausreichende, gleichmäßige Stickstoffversorgung der Pflanze sein. Aufgrund des niedrigen pH-Wertes der Depots ist außerdem eine stets ausreichende Manganversorgung der Pflanze gewährleistet. Als mögliche Nachteile sind zu sehen: Aufgrund der sehr ungleichmäßigen Verteilung der Wurzeln, d. h. hohe Wurzeldichte an den Depoträndern und niedrige Wurzeldichte zwischen den Depots, dürfte es zu einer verminderten Aufnahme der übrigen Nährstoffe, insbesondere von Phosphat, kommen. Daher ist zu vermuten, dass die Vorteile des CULTAN-Verfahrens nur auf solchen Flächen realisiert werden können, die hoch mit den übrigen Nährstoffen, insbesondere Phosphor, versorgt sind.





