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NEUBAUER-Keimpflanzenmethode (Wurzelbild)
- Signatur
- 06.01.024
- Bildnachweis
- Wilhelm Römer
Bildinhalt
Das Bild (siehe oben) zeigt eine NEUBAUER-Schale mit Boden und den Wurzeln von Roggen-Keimpflanzen. Farbe und Ausbildung der Wurzeln lassen erkennen, ob die Wurzeln (Pflanzen) gesund sind. Die NEUBAUER-Keimpflanzen-Methode ist eine Methode der Bodenuntersuchung, mit der der Gehalt an pflanzenverfügbarem P und K bestimmt werden kann. 100 g des zu untersuchenden Bodens werden in eine NEUBAUER-Schale (500 ml-Glasgefäß, siehe Bild) gegeben. 100 Roggenkörner (Karyopsen) werden pro Schale eingesät. Nun wird die Oberfläche mit Quarzsand (im Bild die weiße Substanz) bedeckt. Parallel hierzu wird eine Schale angesetzt, bei der der Boden durch Quarzsand ersetzt wird. Die Pflanzen dieser Schale enthalten nur P und K, welches aus der Karyopse stammt (= Blindwert). 14 Tage nach dem Auflaufen werden die Pflanzen (einschließlich ihrer Wurzeln) geerntet, getrocknet, verascht und ihr P- und K-Gehalt bestimmt. Nach Abzug des jeweiligen Blindwertes ergibt sich der pflanzenverfügbare P- bzw. K-Gehalt des Bodens. Der Gehalt wird in mg P bzw. mg K pro 100 g lufttrockenen Bodens angegeben. (Bei den chem. Bodenextraktionsverfahren erfolgt die Gehaltsangabe ebenfalls in mg/100 g Boden!). Anhand von Grenzwerten erfolgt dann eine Einstufung (Versorgung: sehr niedrig, niedrig, ausreichend, hoch, sehr hoch) sowie eine Düngungsempfehlung (kg Nährstoff pro Hektar).
Erläuterung
Die NEUBAUER-Methode wurde von Hugo Neubauer (Dresden) erarbeitet. Sie war bis zum Ende des 2. Weltkrieges die offizielle Methode des VDLUFA . Etwa Ende der 50er Jahre wurde sie ersetzt durch Methoden der chemischen Extraktion des Bodens: in Deutschland insbesondere durch die DL (Doppellaktat)-, die AL (Ammoniumlaktat)- und die CAL (Calcium-Laktat)-Methode. Die Extraktionslösungen sind gut gepufferte und deutlich sauer reagierende, wäßrige Lösungen (pH-Werte: DL = 3.7; AL = 3,0; CAL = 4,1). Die Vorteile der chemischen Bodenextraktion gegenüber der NEUBAUER-Methode sind erheblich: wesentlich geringerer zeitlicher und apparativer Aufwand. Dabei ist die Aussagekraft der beiden Methoden hinsichtlich Beurteilung der P- und K-Versorgung von Boden und Pflanze als jeweils gut zu bezeichnen.
Bemerkungen
4 Fotos von W. Römer (Okt./Nov. 2013)





