Zum Inhalt springen
Bild: Wolfgang Bussler, Berlin Originaldatei herunterladen (1764 × 1235 px)

Die Bilder dürfen kostenlos heruntergeladen und für Vorträge genutzt werden – stets mit Angabe des Bildautors.

Molybdänmangel bei Blumenkohl

Signatur
01.14.001
Ursprüngliche Signatur
Bu-Ca-56
Bildnachweis
Wolfgang Bussler

Bildinhalt

Blumenkohl wurde auf Molybdän-Mangelboden angezogen. Die abgebildete Pflanze weist typische Symptome von Molybdämangel auf: Die Blume ist nicht weiß, sondern grau; die jungen Blätter sind im Wachstum gehemmt, mißgebildet, rosettenartig angeordnet und teilweise in den Kopf eingewachsen; nekrotische Flecken treten an den dunkelgrünen Blättern auf, insbesondere an den Spitzen und Rändern der jüngeren Blätter.

Erläuterung

Molybdän erfüllt als Cofaktor von Enzymen der Höheren Pflanzen strukturelle und katalytische Funktionen. Es ist direkt einbezogen in Redoxreaktionen. Molybdänhaltigen Enzyme sind Nitratreduktase, Nitrogenase, Xanthin-Dehydrogenase und Sulfit-Reduktase. Die Anforderungen der Pflanzen an die Molybdänversorgung sind daher stark abhängig von der Art der Stickstoffversorgung. Der Molybdänbedarf einer mit Ammonium-Stickstoff gedüngten Pflanze ist gering. Am höchsten ist der Molybdänbedarf bei der Stickstoffixierung (mittels Nitrogenase der Wurzelknöllchen), weil hierbei die Molybdänanforderung höher ist als bei der Nitratreduktion (Nitratreduktase). So weisen Leguminosen bei Molybdänmangel Symptome auf, die denen von Stickstoffmangel ähnlich sind, nämlich vermindertes Wachstum und Chlorosen. Die Chlorosen treten jedoch vorzugsweise an den jüngeren Blättern auf. Typische Symptome für Dikotyledonen sind Mißbildungen der jüngeren Blätter (siehe Bild). Bei anhaltendem Molybdänmangel ist das Wachstum der Blattspreiten vermindert, während die Mittelrippe weiter wächst. Die so gewachsenen Blätter gleichen Peitschenstielen, weshalb man, insbesondere bei Blumenkohl und anderen Brassica-Arten, von whiptail (Peitschenschwanz)- Symptomen spricht. Ausgangspunkt dieser Symptome sind lokale Nekrosen im Gewebe junger Blätter und eine ungenügende Differenzierung der Gefäßbündel in einem frühen Blattstadium. Lokale Chlorosen und Nekrosen entlang der Hauptadern von ausgewachsenen Blättern (z. B. braune Punkte; yellow spots) und Whiptail-Symptome an jüngeren Blättern beruhen auf dem gleichen Typ von lokalen Stoffwechselstörungen. Bei Molybdänmangel weisen, insbesondere die ausgewachsenen Blätter, hohe Nitratgehalte auf.

Vergleiche auch

Schlagworte

Mehr zum Thema Molybdän

Molybdänmangel bei Blumenkohl