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Calciummangel bei Tomate
- Signatur
- 01.05.001
- Ursprüngliche Signatur
- Bu-Ca-17
- Bildnachweis
- Wolfgang Bussler
Bildinhalt
Die abgebildete Tomatenpflanze zeigt Calciummangelsymptome in einem fortgeschrittenen Stadium: Stängelweiche und Abknicken des Stängels, Chlorosen und Nekrosen der jüngeren Blätter; Schädigung der Früchte ("Blütenendfäule").
Erläuterung
Die Calciumkonzentration des Phloemsaftes ist extrem niedrig. Deshalb muss die Calciumversorgung der verschiedenen Pflanzenteile fast ausschließlich über das Xylem erfolgen. Begünstigt wird Calciummangel durch ständig hohe Transpiration. Dies ist z. B. bei ununterbrochener (tags und nachts) Beleuchtung im Gewächshaus oder ständiger Luftumwälzung der Fall. Ständig hohe Transpiration bedeutet nämlich, das sich in den Xylemgefäßen kein dem osmotischen Gleichgewicht entsprechend hoher Druck aufbauen kann. Dieser Druck ist aber nötig, damit Calciumionen mit dem Xylemsaftstrom in die meristematischen Gewebe und Früchte transportiert werden können. Ist dagegen die Transpiration für längere Zeit unterbrochen oder sehr niedrig (in der Regel nachts: ca. 8 bis 12 h), so nimmt die Pflanze ständig mehr Wasser auf als sie abgibt und verbraucht. Die Folge ist, dass der Druck in den Xylemgefäßen steigt. Xylemsaft und darin gelöste Calciumionen strömen in die wenig transpirierenden Gewebe, d. h. in die Meristeme und Früchte. Praktische Erfahrungen zeigen, dass Calciummangel am ehesten dann vermieden wird, wenn starke Transpiration am Tage mit sehr niedriger Transpiration während der Nacht wechseln. Dann wird nämlich tags das Calcium aufgrund hoher Photosynthese (intensiver Stoffwechsel) in hoher Rate aufgenommen und nachts kann sich infolge fehlender Transpiration durch osmotisch getriebene ständige Wasseraufnahme ein dem osmotischen Gleichgewicht entsprechender Druck aufbauen, der das Calcium in die Meristeme und Früchte presst.






